Hilfe für "Problemschüler"

Der Schlüssel ist die Eltern-Kind-Beziehung

Wohl in jeder Klasse gibt es das ein Kind, das durch sein Verhalten auffällt und damit oft den Unterricht stört. Oft beschweren sich Eltern deshalb über ungleich verteilte Aufmerksamkeit, Mitschüler sind genervt, und der Störenfried selbst leidet auch unter der Situation. Das Projekt “FiSch” hat einen klugen und wirksamen Ansatz gefunden, um verhaltensauffälligen Kindern zu helfen In jeder Klasse sind sie zu finden: Kinder die sich nicht an Regeln halten können, die Streit anfangen und sich teilweise sogar prügeln. Diese Verhaltensprobleme unterbrechen den Unterricht und führen oft dazu, dass solche Störenfriede aus der Schule abgeholt werden, oder im schlimmsten Fall sogar den Klassenverband verlassen müssen. Das Besondere: Die Stärkung der Eltern-Kind-Beziehung Hier setzt das “FiSch”-Projekt an. Das Besondere daran: Es setzt auf die Einbindung der Eltern. Einmal in der Woche kommen maximal sechs Kinder mit ihren Eltern an einem neutralen Ort außerhalb der Schulräume in die FiSch-Klasse. Betreut werden die Kinder von einer Lehrerin, einer Sozialpädagogin und einem Förderschullehrer. Das Ziel der wöchentlichen Sitzungen ist es, den Kindern beizubringen sich an Regeln zu halten und Ziele zu erreichen. Dabei reichen kleine …

Mehrgenerationenhaus

Alle unter einem Dach

Ein bisschen Großfamilien-Romantik schwingt in so manchem Mehrgenerationen-Projekt mit. Ein Anspruch, der schwer umzusetzen ist. Trotzdem kann eine Kultur der Verantwortung gelingen Eine Gemeinschaft aus Alt und Jung, aus Menschen verschiedener Herkünfte und Kulturen – und alle leben vereint unter einem Dach. So wollten Teresa Majewski und ihr Mann schon immer wohnen. Lange suchten sie in Hamburg nach einem passenden Wohnprojekt. Dann hörte Majewski, 32, von einer Volleyball-Kameradin etwas von einer freien Wohnung im so genannten Pantherhaus. Hinter dem wilden Namen steckt eines der ersten Mehrgenerationen-Häuser der Stadt – gegründet vom Verein „Graue Panther Hamburg“. In den Achtzigerjahren erkämpften die Mitglieder der ehemaligen „Rentner-Partei“ die Sanierung eines verfallenden Hauses auf St. Pauli durch die städtische Wohnungsbaugesellschaft SAGA und gründeten ein gemeinschaftliches Wohnprojekt für junge und alte Menschen. Die Idee: Jeder Bewohner führt ein selbstständiges Leben und hat eine eigene Wohnung als Rückzugsort. Gleichzeitig unterstützt sich die Hausgemeinschaft, wo sie nur kann. „Uns hat die Mischung aus Solidarität und Freiheit von Anfang an sehr gefallen“, sagt Majewski. „Deshalb haben wir auch keine Minute gezögert, als wir …

Alleinerziehend

Mama Courage

In jeder fünften Familie zieht heute nur ein Elternteil den Nachwuchs groß. Wer es nicht selbst erlebt, ahnt nicht, wie nahe viele Alleinerziehende dem Burnout oder der Armutsgrenze sind. Selbst dann, wenn sie ihren Alltag gut im Griff haben Am Morgen, wenn ihre beiden Söhne noch schlafen oder gerade aus der Tür sind, hat Ulrike Jürgens ein paar Minuten für sich. Sie rollt ihre Yoga-Matte aus und beginnt mit dem Sonnengruß – Tadasana, die Berghaltung, ein paar tiefe Atemzüge, dann weiter in die stehende Vorbeuge, Uttanasana. In dieser halben Stunde sei sie ganz bei sich, erzählt Jürgens. Sie schöpft Energie aus Yoga und Meditation. Die braucht sie auch. 2,7 Millionen Alleinerziehende Jürgens ist alleine zuständig für die Familie, wie 2,7 Millionen andere Eltern in Deutschland auch. Ihre Lebensplanung sah ganz anders aus, lange hatte sie ein ganz klassisches Familienleben. Zwei Söhne, zwei Jobs, eine schöne Wohnung in Hamburg. Ihr Mann kümmerte sich liebevoll, den Haushalt machten beide. Sie spielten mit dem Gedanken, aufs Land zu ziehen. Aber dann zerbrach alles, Jürgens Partner verließ die Familie. …

Flexible Arbeit

Papa, leg’ das Handy weg!

Julia Oertel wollte den Gründern und Kreativen im Hamburger Coworking-Space Betahaus eine flexible Kinderbetreuung anbieten. Ihr Projekt hat sie schnell mangels Interesse eingestellt. Und daraus gelernt: Auch die neue Arbeitswelt braucht feste Regeln Eigentlich fand Julia Oertel, 33, ihre Idee ziemlich gut. Neben flexiblen Arbeitsplätzen, schnellem WLAN und trendigen Limonaden wollte sie im Betahaus eine eigene Kita-Gruppe für die Kinder ihrer kreativen Mieter gründen. Zwei Tagesmütter sollten in der Hebammenpraxis nebenan eine feste Runde von Kleinkindern betreuen, Babysitter sich zusätzlich um spontane Gäste kümmern – so der Plan. „Wir wollten vor allem Eltern ansprechen, für die normale Kita-Öffnungszeiten nicht ausreichen oder die während stressiger Projektphasen zusätzliche Betreuung brauchen“, sagt Oertel, die selbst Mutter eines kleinen Sohnes ist. An Vorbildern für ihre Idee mangelt es nicht; in Leipzig, Hannover oder Berlin funktioniert die Verbindung zwischen Coworking-Space und Kinderbetreuung gut. Auch viele große Unternehmen setzen auf Betriebskindergärten mit flexiblen Öffnungszeiten. Die räumliche Nähe von Schreibtisch und Kitagruppe spart Fahrwege und gibt den Eltern das Gefühl, zumindest in der Nähe ihrer Sprößlinge zu sein. Flexibles Arbeiten stört das …

Gleichberechtigung in der Familie

Familienmodell: Gleich machen!

Viele junge Paare wünschen sich eine partnerschaftlichere Aufteilung der Aufgaben in Familie und Job. Aber nur die wenigsten wagen dann den Schritt zur echten Gleichberechtigung. Wir haben ein Paar besucht, bei dem es funktioniert Ein Kind stellt das ganze Leben auf den Kopf, das hören werdende Eltern ständig. Erst lächeln sie es eifrig weg, ein paar Monate nach der Geburt wird heftig genickt. Bei Hanna und Martin Drechsler, sie 32, er 36, ist diese Weisheit sogar noch ein bisschen wahrer. Die beiden Hamburger haben nach der Geburt ihres Sohns Jonne tatsächlich ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Beide haben die Jobs gewechselt, sind in ein generationenübergreifendes Wohnprojekt gezogen und haben ihren Alltag komplett neu organisiert. Gleichberechtigung bei Arbeit und Familie „Wir haben uns in der Schwangerschaft viele Gedanken gemacht, wie wir als Familie leben wollen“, sagt Hanna. Ein klassisches Bild mit Mann als Ernährer und Frau als Vollzeit-Mama kam für beide nicht in Frage. Das Problem war nur: Hannas Stelle wurde aus betrieblichen Gründen gestrichen, Martins Job als Vertriebler bei einem Spirituosenhersteller passte nicht zu …

Familie im Wandel

Der harte Kern der Gesellschaft

Die Familie ist in unserer Gesellschaft eine Art dynamische Konstante. Zwar hat sie sich in den vergangenen Jahrzehnten gehäutet und gewandelt – aber trotzdem ist vieles beim Alten geblieben. Ein scheinbarer Widerspruch – Autor Birk Grüling löst ihn auf Wie bunt Familienleben heute sein kann, sieht man am besten auf einem Spielplatz. Zum Beispiel in Hamburg-Ottensen, zwischen den Wippen und Klettergeräten auf dem Kemal-Altun-Platz. Obwohl in Sichtweite zur Haupteinkaufsstraße des Viertels, ist der Stadtlärm dort nur leise hörbar. Im Sand spielen die beiden Töchter eines lesbischen Paares; dank befreundeter Samenspender und zwei In-vitro-Fertilisationen haben sich die beiden Frauen ihren Kinderwunsch erfüllt. Ihre Töchter wachsen nun als Geschwister auf, ohne biologisch miteinander verwandt zu sein. Die beste Freundin der Mädchen kommt dagegen aus einer „klassischen“ Mutter-Vater-Kind-Familie. Der Junge, der neben ihnen im Sand spielt, ist heute mit seinem Vater da; seit ihrer Trennung teilen sich seine Eltern die Erziehung. Ihr Kind lebt abwechselnd bei Papa und seiner neuen Freundin sowie bei Mama und ihrer neuen Familie. Unser Zusammenleben scheint heute so vielfältig wie nie – mit Regenbogen-, …