Kinder kommen immer früher in Kontakt mit sozialen Medien und den darin verbreiteten Nachrichten. Um zu unterscheiden, was Tatsachen entspricht und was nicht, gibt es immer mehr Projekte, die Kinder in Sachen Medienkompetenz schulen. Lie Detectors ist eines davon und will mit Hilfe von Journalisten für mehr Aufklärung sorgen

Das Thema Fake News ist weiterhin in aller Munde. Erst vor wenigen Tagen kam die Nachricht, dass Facebook und Twitter hunderte Konten löschten die zu Propagandazwecken genutzt wurden. Gerade in Zeiten der anstehenden US-Kongresswahlen hat das Thema wieder großen Auftrieb bekommen und die Sorge um eine erneute Manipulation des Wahlkampfes ist groß.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts muss sich unsere Welt immer mehr mit Halbwahrheiten, verzerrten Fakten und Propaganda im Internet beschäftigen. Was dabei auffällt: Die Nutzer dieser Nachrichten werden immer jünger. Laut CEBIT ist es bereits völlig normal, dass Zwölfjährige ein Smartphone besitzen – und damit Zugang zum Internet. Gerade deshalb ist es so wichtig, diese junge Zielgruppe darüber aufzuklären, wie man kritisch mit Fakten aus dem Internet umgeht und Fake News erkennt.

Die Idee: Journalisten in der Vermittlung von Medienkompetenz schulen

Hier setzen die “Lie Detectors” an, gegründet von Juliane von Reppert-Bismarck, einer erfahrenen und mehrfach prämierten Journalistin. Sie organisierte den Zusammenschluss und die Schulung von Journalisten mit einem Konzept, das mit der Hilfe von Kindern, Pädagogen und Psychologen ausgearbeitet wurde. Danach werden Journalisten zuerst in der Vermittlung von Medienkompetenz geschult, und anschließend mit Schulen verbunden und im Unterricht eingesetzt. Dort geben sie 90-minütige Unterrichtseinheiten in Anwesenheit eines Lehrers und bieten auf Wunsch Nachfolge- und Hausaufgaben-Material an.

Die Veranstaltungen klären Schüler darüber auf, wie man manipulative Informationen auf gängigen Plattformen wie Instagram, Snapchat, Youtube oder auch bei WhatsApp erkennt. Die Organisation Lie Detectors will Kindern beibringen, darüber nachzudenken, was der Unterschied zwischen Tatsachen, Meinungen und Fälschungen ist und sie damit zu mündigen Internetnutzern machen, die Desinformation wahrnehmen, wenn sie damit konfrontiert sind.

Ein internationales Netzwerk im Kampf gegen Fake News

Lie Detectors ist nicht die einzige Initiative, die daran arbeitet, Kinder über die Risiken des Internet. Eine ähnliche Ausrichtung haben etwa auch der Wettbewerb Klickwinkel der Vodafone Stiftung, das Programm Digital Helden oder das Projekt “DigiBitS – Digitale Bildung trifft Schule“. Das Besondere an den Lie Detectors, ist, dass es ein Zusammenschluss multinationaler Journalisten ist und so ein internationales Netzwerk im Kampf gegen Fake News entsteht. Dieses soll dazu beitragen, dass nicht nur deutschlandweit sondern grenzüberschreitend ein Austausch im Bereich Nachrichtenkompetenz stattfinden kann.

Lie Detectors ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Brüssel. Derzeit arbeitet die Organisation in Deutschland und Belgien, bald will sie aber auch Projekte in Österreich, den Niederlanden und Polen starten. Denn ihr Ansatz verzeichnet bereits Erfolge. Laut Lie Detectors, empfinden 95 Prozent der erreichten Kinder die Veranstaltungen als hilfreich und angemessen. Außerdem geben 100 Prozent der mit Lie Detectors kooperierenden Lehrer an, dass die Veranstaltungen sehr hilfreich waren. Schon jetzt profitieren Kinder aus mehr als einem Dutzend Herkunftsländern von dem Programm und das Konzept soll sich in ganz Europa etablieren.