Flexible Arbeit

Papa, leg’ das Handy weg!

Julia Oertel wollte den Gründern und Kreativen im Hamburger Coworking-Space Betahaus eine flexible Kinderbetreuung anbieten. Ihr Projekt hat sie schnell mangels Interesse eingestellt. Und daraus gelernt: Auch die neue Arbeitswelt braucht feste Regeln Eigentlich fand Julia Oertel, 33, ihre Idee ziemlich gut. Neben flexiblen Arbeitsplätzen, schnellem WLAN und trendigen Limonaden wollte sie im Betahaus eine eigene Kita-Gruppe für die Kinder ihrer kreativen Mieter gründen. Zwei Tagesmütter sollten in der Hebammenpraxis nebenan eine feste Runde von Kleinkindern betreuen, Babysitter sich zusätzlich um spontane Gäste kümmern – so der Plan. „Wir wollten vor allem Eltern ansprechen, für die normale Kita-Öffnungszeiten nicht ausreichen oder die während stressiger Projektphasen zusätzliche Betreuung brauchen“, sagt Oertel, die selbst Mutter eines kleinen Sohnes ist. An Vorbildern für ihre Idee mangelt es nicht; in Leipzig, Hannover oder Berlin funktioniert die Verbindung zwischen Coworking-Space und Kinderbetreuung gut. Auch viele große Unternehmen setzen auf Betriebskindergärten mit flexiblen Öffnungszeiten. Die räumliche Nähe von Schreibtisch und Kitagruppe spart Fahrwege und gibt den Eltern das Gefühl, zumindest in der Nähe ihrer Sprößlinge zu sein. Flexibles Arbeiten stört das …

Gleichberechtigung in der Familie

Familienmodell: Gleich machen!

Viele junge Paare wünschen sich eine partnerschaftlichere Aufteilung der Aufgaben in Familie und Job. Aber nur die wenigsten wagen dann den Schritt zur echten Gleichberechtigung. Wir haben ein Paar besucht, bei dem es funktioniert Ein Kind stellt das ganze Leben auf den Kopf, das hören werdende Eltern ständig. Erst lächeln sie es eifrig weg, ein paar Monate nach der Geburt wird heftig genickt. Bei Hanna und Martin Drechsler, sie 32, er 36, ist diese Weisheit sogar noch ein bisschen wahrer. Die beiden Hamburger haben nach der Geburt ihres Sohns Jonne tatsächlich ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Beide haben die Jobs gewechselt, sind in ein generationenübergreifendes Wohnprojekt gezogen und haben ihren Alltag komplett neu organisiert. Gleichberechtigung bei Arbeit und Familie „Wir haben uns in der Schwangerschaft viele Gedanken gemacht, wie wir als Familie leben wollen“, sagt Hanna. Ein klassisches Bild mit Mann als Ernährer und Frau als Vollzeit-Mama kam für beide nicht in Frage. Das Problem war nur: Hannas Stelle wurde aus betrieblichen Gründen gestrichen, Martins Job als Vertriebler bei einem Spirituosenhersteller passte nicht zu …